Die Physikalische Chemie –
ein Fach im Schnittpunkt der Disziplinen

Schon die Bezeichnung des Fachs verrät den interdisziplinären Charakter der physikalischen Chemie im Grenzgebiet zwischen Chemie und Physik: Sie befasst sich mit Vorgängen, die auf den unterschiedlichsten Zeitskalen ablaufen und mit Teilchen aller Größen, sie behandelt einzelne Atome und winzige Cluster wie auch synthetische oder biologische Makromoleküle, jahrmillionenalte kristalline Gebilde ebenso wie angeregte Zustände mit einer Lebensdauer von Femtosekunden. Themen wie atmosphärische Schadstoffe und deren klimatische Folgen oder zukunftsweisende Lösungen der Energiefrage sind von besonderem Interesse.

Mit sorgfältig abgestimmten Lasersystemen, technologisch ausgeklügelten Spektrometern, immer leistungsfähigeren Rechnern und gar mit gebündeltem Licht und Teilchenstrahlen aus hochentwickelten Beschleunigern an Großforschungsanlagen rückt der Physikochemiker der Materie zu Leibe. Sein Ziel: die Geheimnisse der Natur zu entschlüsseln und Gesetzmäßigkeiten zu erkennen, die chemischen Prozessen zugrunde liegen. Die Schwerpunkte seines Interesses liegen überall dort, wo physikalische und mathematische Methoden zur Lösung chemischer Fragestellungen benötigt und quantitative Aussagen über Eigenschaften, Zustände und Umwandlungen von Stoffen erzielt werden sollen. Nur wer die Gesetzmäßigkeiten kennt, kann zielgerichtet maßgeschneiderte Materialien entwickeln und die Konsequenzen unseres Tuns auf die Welt von morgen abschätzen.